Wolf von Wrangel

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Wolf Freiherr von Wrangel (* 21. Oktober 1897 in Waldburg; † 18. November 1987 in Göttingen) war ein deutscher Verwaltungsjurist.[1]

Nachdem Wrangel als Reserveoffizier am Ersten Weltkrieg teilgenommen hatte, begann er an der Georg-August-Universität Göttingen Rechtswissenschaft zu studieren. Im Februar 1919 wurde er im Corps Saxonia Göttingen aktiv.[2] Als Inaktiver wechselte er an die heimatliche Albertus-Universität Königsberg.[1] Nach dem Referendarexamen wurde er 1922 zum Dr. iur. promoviert.[3] Nach der Assessorprüfung wurde er 1932 (im Jahr des Preußenschlages) Landrat des Kreises Mohrungen. Als er sich 1935 weigerte in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei einzutreten, musste er das Amt aufgeben. Bis 1939 war er bei der Regierung in Frankfurt (Oder) und später beim Oberpräsidium der Provinz Schlesien in Breslau tätig. Nach dem deutschen Überfall auf Polen fungierte er am Oberpräsidium als „Reichverteidigungsdezernet“ und „Beauftragter für die Umsiedlungen“ und gehörte einer im November 1939 eingerichteten Arbeitsgruppe Umsiedlung an.[4]

Im Zweiten Weltkrieg diente er als Hauptmann beim Heer. Mehrfach schwer verwundet, wurde er als Oberkriegsverwaltungsrat im besetzten Nordfrankreich eingesetzt. Von 1943 bis 1945 war er Güterdirektor der Schaffgotsch in Bad Warmbrunn. Am Tag nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er unter dem Verdacht der Mittäterschaft inhaftiert, aber bald freigelassen.[1]

Nach der Vertreibung kam er mit seiner Familie 1945 nach Niedersachsen. Die britische Militärregierung setzte ihn 1946 als Oberkreisdirektor im Landkreis Münden ein. Eine Zeitlang war er freiberuflich tätig. Von 1952 bis 1956 war er in Bonn Referent im Bundesministerium des Innern. Im Wege der Wiedergutmachung wurde er nachträglich zum Regierungsvizepräsidenten ernannt.[1]

Mit Götz von Selle, Walther Hubatsch und Friedrich Hoffmann gehörte er zu den Gründern des Göttinger Arbeitskreises. Er schuf das „Ostpreußenabzeichen“ mit der Elchschaufel. Den Ruhestand verlebte er in Todtnauberg und Göttingen, wo er kurz nach seinem 90. Geburtstag starb.

  • Schmand mit Glumse. Witze und Geschichten aus der Georgine. Würzburg 1961. GoogleBooks
  • Der Kreis Mohrungen. Würzburg 1967. GoogleBooks
  • Deutschland im gespaltenen Europa. Leer 1970. GoogleBooks

Einzelnachweise

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  1. a b c d Wolfgang von der Groeben: Verzeichnis der Mitglieder des Corps Saxonia Göttingen 1844 bis 2006. Düsseldorf 2006
  2. Kösener Corpslisten 1996, 142/651.
  3. Dissertation: Über die außervertragliche Haftung bei Auskunftserteilung.
  4. Gerhard Wolf: Ideologie und Herrschaftsrationalität. Nationalsozialistische Germanisierungspolitik in Polen (= Studien zur Gewaltgeschichte des 20. Jahrhunderts). Hamburg 2012, S. 40–141.