Wilhelmine Karoline von Wobeser

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Wilhelmine Karoline von Wobeser (geb. Wilhelmine Karoline von Rebeur; * 19. Februar 1769 in Berlin[1]; † 1807 auf Gut Wirschen bei Stolp in Pommern) war eine deutsche Schriftstellerin.

Wilhelmine Karoline von Wobeser wurde 1769 als älteste Tochter des königlich-preußischen Kammer-Präsidenten Christian Ludwig von Rebeur in Berlin geboren. Durch ihren Vater erhielt sie eine gute Bildung, die neben der Lektüre deutscher Schriften auch französische Literatur umfasste. Im Jahr 1797 heiratete sie den königlich-preußischen Hauptmann Friedrich von Wobeser, der aus einem alten pommerschen Adelsgeschlecht stammte. In seinem Besitz befand sich das Gut Wirschen bei Stolp in Pommern, wo Wilhelmine Karoline von Wobeser 1807 verstarb.

Ihr Werk Elisa, oder das Weib wie es seyn sollte[2] erschien anonym 1795 und wurde ein großer Erfolg. Bereits 1800 kam die fünfte Auflage des Romans bei Heinrich Gräff in Leipzig heraus, zahlreiche Raubdrucke sowie Übersetzungen u. a. ins Englische und Französische führten zu einer weiten und internationalen Verbreitung. Gleichzeitig sorgte die im Roman rigoros geforderte Unterordnung der Frau unter den Mann, die gerade in einer Selbstaufgabe der Frau mündete, für zahlreiche Gegenschriften, aber auch Fortsetzungen und Nachahmungen.

Wilhelmine Karoline von Wobeser nannte ihren Namen trotz Bitte ihres Verlegers Heinrich Gräff in keiner der Neuauflagen, was sie u. a. mit ihrer Schwangerschaft und den Pflichten als Hausfrau begründete, so sagt noch Schindel, dass „ihr Verdienst als Schriftstellerin […] von dem weit übertroffen [wurde], welches sie in der kurzen Zeit ihres Lebens als Gattin und Mutter besaß“[3]. Als Verfasserin wurden so u. a. Christiane Sophie Ludwig, Benedikte Naubert, Friederike Lohmann, Caroline Auguste Fischer und sogar deren Ehemann Christian August Fischer vermutet.

Nach dem Tod Wilhelmine Karoline von Wobesers fanden sich in ihren Unterlagen einige wenige vermischte Aufsätze moralischen und naturhistorischen Inhalts, die jedoch nicht veröffentlicht wurden.

Einzelnachweise

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  1. Taufregister Nikolaikirche, Nr. 51/1769
  2. Online bei zeno.org
  3. Carl Wilhelm Otto August von Schindel: Die deutschen Schriftstellerinnen des neunzehnten Jahrhunderts. Zweiter Theil M-Z. Brockhaus, Leipzig 1825, S. 437 f.