Mosbacher Löwe

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Mosbacher Löwe
Zeitraum
unteres und mittleres Pleistozän
Fossilfundorte
Systematik
Familie: Katzen (Felidae)
Unterfamilie: Großkatzen (Pantherinae)
Gattung: Panthera
Art: Löwe (Panthera leo)
Unterart: Mosbacher Löwe
Wissenschaftlicher Name
Panthera leo fossilis
Reichenau, 1906

Der Mosbacher Löwe (Panthera leo fossilis) ist eine ausgestorbene Großkatze des frühen und mittleren Pleistozän. Er gilt als frühe Unterart des Löwen (Panthera leo).

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Aussehen

Mit einer Kopf-Rumpflänge von bis zu 2,40 Meter waren die Mosbacher Löwen etwa um einen halben Meter länger als die heute in Afrika vorkommenden Löwen und erreichten damit fast die Ausmaße des Amerikanischen Löwen. Beide entsprechen damit etwa einem „Liger“, der Kreuzung eines männlichen Löwen mit einem weiblichen Tiger.

[Bearbeiten] Geographische und zeitliche Verbreitung

Die meisten Funde dieser Großkatze stammen aus den Mosbacher Sanden. Diese Fundstelle verdankt ihren Namen dem ehemaligen Dorf Mosbach zwischen Wiesbaden und Biebrich, das 1926 zusammen mit Wiesbaden-Biebrich in Wiesbaden eingemeindet wurde. Hier wurden allerdings nur Bruchstücke von Schädeln und Unterkiefern, Zähne und andere Knochenfragmente gefunden. Bei Mauer (nahe Heidelberg) wurde ein nahezu kompletter Oberschädel gefunden. Im gleichen Sediment fand sich der rund 600.000 Jahre alte Unterkiefer von Mauer, der Homo heidelbergensis zugeordnet wird. Die ältesten Funde von Panthera leo fossilis in Europa stammen aus Isernia in Italien und sind etwa 700.000 Jahre alt. Ein 1,75 Millionen Jahre alter Löwen-Unterkiefer aus der Olduvai-Schlucht in Kenia zeigt eine frappierende Ähnlichkeit mit den Mosbacher Löwen.

Aus dem Mosbacher Löwen entwickelte sich der Höhlenlöwe (Panthera leo spaelea), der zum ersten Mal vor etwa 300.000 Jahren auftritt.

[Bearbeiten] Lebensweise

Die Mosbacher Löwen gelten als die größten Löwen Europas und jagten während der Cromer-Warmzeit vor etwa 600.000 Jahren. In jungpleistozänen Ablagerungen des Rheins von Hessenaue bei Darmstadt wurde das Schienbein eines Höhlenlöwen gefunden, das trotz einer schweren Entzündung des Knochenmarks, die das Tier sicherlich jagdunfähig machte, später wieder verheilt ist. Das Tier muss demnach noch längere Zeit mit dieser Behinderung überlebt haben. Das legt nahe, dass dieses Tier von Artgenossen an der Beute geduldet oder gar mit Futter versorgt wurde. Möglicherweise war der Mosbacher Löwe also ähnlich wie heutige Löwen ein Rudeltier. Dies ist aber umstritten, weil der Mosbacher Löwe im Gegensatz zum Höhlenlöwen ein primitiveres Gehirn besaß.

[Bearbeiten] Literatur


[Bearbeiten] Weblinks

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