Kirkenes
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Wappen | Karte | |
|---|---|---|
Hilfe zu Wappen |
|
|
| Basisdaten | ||
| Kommunennummer: | 2030 | |
| Provinz (Fylke): | Finnmark | |
| Verwaltungssitz: | Kirkenes | |
| Koordinaten: | 69° 44′ N, 30° 3′ O69.72530.051944444444Koordinaten: 69° 44′ N, 30° 3′ O | |
| Sprachform: | Bokmål | |
| Webpräsenz: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Linda Beate Randal (Ap) (2007) | |
| Lage in der Provinz Finnmark | ||
| Datei:NO 2030 Kirkenes.svg | ||
Kirkenes (Aussprache auf norwegisch: [ˈçirkəˌnɛːs]; sam. Girkonjárga [1]) ist eine Stadt in der Kommune Sør-Varanger mit etwa 4900 Einwohnern, im Osten der Provinz Finnmark in Nord-Norwegen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Allgemeines
Die Stadt ist Verwaltungssitz der Kommune Sør-Varanger. Sie liegt am Varangerfjord und hat 4900 Einwohner. Etwa 15 % der Einwohner kommen aus dem Ausland. Die Entfernung zur Grenze mit Russland beträgt etwa 10 km, der mit Finnland etwa 35 km. Kirkenes ist Sitz des norwegischen Barents-Sekretariats, das eine wichtige Rolle in der Arbeit der 1993 von Norwegen initiierten Barentsregion innehat, eines internationalen Zusammenschlusses von Regionen der Anliegerstaaten der Barentssee, darunter die Nordprovinzen Norwegens, Schwedens und Finnlands, die russischen Gebiete Murmansk und Archangelsk, die Republiken Komi und Karelien und der Nenzische Autonome Kreis.[2]
[Bearbeiten] Wirtschaft
Kirkenes entstand als ein Verschiffungshafen für Eisenerz. Bis zum Jahre 1996 lebten die meisten Einwohner vom Abbau des Eisenerzes. Heute ist der Haupterwerb der Einwohner von Kirkenes der Fischfang und der Dienstleistungssektor.
[Bearbeiten] Verkehr
Seit 1908 ist die Stadt der nördliche Wendepunkt der Schiffe der Hurtigruten. Da der Hafen weit im Inneren des Varangerfjords liegt und nicht vom Golfstrom erreicht wird, muss der zugefrorene Fjord im Winter von Eisbrechern frei gemacht werden.
Den Flughafen Kirkenes in Høybuktmoen nutzen etwa 150.000 Passagiere pro Jahr.
Die günstigsten Flüge von Deutschland nach Kirkenes werden von norwegian.no, auch Norwegian Air Shuttle genannt, angeboten. Von Hamburg, München, Düsseldorf und Berlin-Schönefeld muss laut Flugplan in Oslo-Gardermoen umgestiegen werden. Auf dem Hinflug nach Kirkenes muss in Oslo übernachtet werden. Der Rückflug zu den genannten Flughäfen ist mit Umsteigen in Oslo an einem Tag zu schaffen. Abflug in Kirkenes ist mit norwegian.no um die Mittagszeit. Flugdauer nach Oslo etwa 2 Stunden.
SAS Scandinavian Airlines fliegt die Strecke Oslo – Kirkenes mehrmals täglich. Hier ist zusammen mit Lufthansa eine zügige Reise in rund 6 Stunden von/nach Deutschland möglich.
Die Europastraße 6 und die Europastraße 105 enden beziehungsweise beginnen in Kirkenes.
[Bearbeiten] Geschichte
Um 1900 war Kirkenes ein kleiner Ort mit einer Kirche (norwegisch kirke) auf einer Landzunge (nes). Der Eisenerzabbau ließ die Stadt ab 1908 wachsen.
Durch seine strategische Lage wurde Kirkenes im Zweiten Weltkrieg eine stark umkämpfte Stadt an der sogenannten Eismeerfront. Die zirka 150 Kilometer Luftlinie entfernte Stadt Murmansk war der einzige Hafen im europäischen Teil der Sowjetunion, den Nazi-Deutschland nicht kontrollierte. Daher wurde der eisfreie Hafen von Murmansk und die von Murmansk nach Moskau führende Murmanbahn lebenswichtig für die Alliierten. Riesige Versorgungstransporte liefen von Amerika und England durch das Eismeer nach Murmansk, um die Sowjetunion vor allem mit Kriegsmaterial zu unterstützen und Moskau halten zu können. Die Deutschen, die Norwegen seit 1940 besetzt hatten, verlegten ab Juni 1941 zirka 30.000 Soldaten nach Kirkenes. Außerdem kam es zur Stationierung stärkerer deutscher Seestreitkräfte in Nordnorwegen mit Stützpunkt Kirkenes. Diese hatten die Aufgabe, die alliierten Geleitzüge zu behindern beziehungsweise zu zerstören. Die Versuche des deutschen „Gebirgskorps Norwegen“, die Stadt Murmansk zu erobern und damit die alliierte Versorgungslinie stillzulegen, wurden von den sowjetischen Verteidigern verhindert. Sowjetische Flugzeuge bombardierten Kirkenes Tag und Nacht. Über 1000 Fliegeralarme und mehr als 328 Luftangriffe durch sowjetische Bomber machten Kirkenes zur meist bombardierten Stadt Norwegens. Nach einem fürchterlichen Erschöpfungskrieg an der Litzafront (nach dem Fluss Litza auf der Halbinsel Kola), im Winter oft bei 30 bis 40 Grad unter Null und mit tausenden von gefallenen und erfrorenen Soldaten auf beiden Seiten, gelang es der Roten Armee, die deutschen Truppen zurückzuschlagen. Im Oktober 1944 marschierte die Rote Armee in der Petsamo-Kirkenes-Operation in dem von den Deutschen besetzten Petsamo und in Kirkenes ein. Vor ihrem Rückzug hatten die Deutschen bis auf 20 Häuser alle Gebäude verbrannt, die nach den verheerenden sowjetischen Bombenangriffen noch übrig geblieben waren.
[Bearbeiten] Grenze zu Russland
Bei Kirkenes befindet sich ein Grenzübergang nach Russland und Murmansk. Die etwa 80 km lange Grenze zwischen Norwegen und Russland endet im Norden bei der Ortschaft Grense Jakobselv (Grenze Jakobsfluss). Während des kalten Krieges war dies die einzige unmittelbare Landgrenze in Europa zwischen der NATO und der damaligen Sowjetunion.
[Bearbeiten] Personen aus Kirkenes
- Vegard Ulvang, ein Winter-Olympionike für Skilanglauf, stammt aus Kirkenes.
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Die "Andersgrotta", ein Museum in einem alten Luftschutzraum
- Das "Grenzlandmuseum"
- Das "Savio-Museum", mit Werken des Künstlers Savio
- Das Denkmal der Befreiung nach dem Zweiten Weltkrieg ("Russendenkmal")
[Bearbeiten] Bilder
[Bearbeiten] Anmerkung
- ↑ Das heißt „Kirchespitze“ oder „Kirchekap“ auf beide Sprachen
- ↑ http://www.barents.no
[Bearbeiten] Weblinks
- Seite von Kirkenes (norwegisch, englisch und deutsch)

