Hardangervidda
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Die Hardangervidda ist ein in Norwegen im Fylke Hordaland gelegenes Plateaufjell und die größte Hochebene Europas.
Sie hat eine Fläche von zirka 8.000 km² und im Mittel eine Höhe zwischen 1.200 m und 1.400 m. Der Gebirgskamm Sandfloeggi ist mit 1.719 m die höchste Erhebung der Hochebene. Als Wahrzeichen gilt der Berg Hårteigen.
Seit 1981 sind 3.422 km² der Hardangervidda - als größter Nationalpark Norwegens - weitestgehend vor menschlichen Einflüssen geschützt.
Die Hochebene ist der Rest einer Gebirgslandschaft, die in der pleistozänen Eiszeit durch Gletscher abgeschliffen wurde. Die Gletscher gaben dem Plateau seine heutige Form mit weiten Ebenen, flachen Seen und wenigen, sanft ansteigenden Gipfeln. Nur im höheren westlichen Teil, wo die Ebene zum Sørfjord und zum Eidfjord hin abfällt, gibt es schroffere Abschnitte.
Der Mensch hat das Hochplateau nach der letzten Eiszeit ab zirka 6.000 v. Chr. besiedelt. Er folgte wahrscheinlich den Rentieren, die mit dem zurückweichenden Eis auf die fruchtbare Ebene vordrangen. Heute ist der Tourismus auf der Hardangervidda ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.
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[Bearbeiten] Flora und Fauna
Auf der Hochebene wurden 24 Säugetierarten und 114 Vogelarten registriert. Die größte wilde Rentierherde Norwegens mit zirka 15.000 Tieren (Stand 1996) lebt in der Hardangervidda. Die Rentiere wandern im Frühling von den Winterweiden im Osten der Hochebene auf die höheren, nahrungsreicheren Sommerweiden der westlichen Hardangervidda. Der Elchbestand liegt bei Schätzungsweise 40.000 Tieren (Stand: 1996). Es gibt unter anderem Schneeeulen, Schneehühner, Polarfüchse, Schneehasen, Vielfraße und eine massenhafte Anzahl von Berglemmingen, deren Population alle elf bis zwölf Jahre sprunghaft ansteigt.
Der niederschlagsreiche westliche Teil der Hardangervidda bietet einen für ein Fjell verhältnismäßig hohen Pflanzenreichtum, während der östliche und nördliche Teil weiter im Landesinneren eher karg ist. Man hat in der Hardangervidda mehr als 450 Pflanzenarten registriert. Hierunter befinden sich einige Arten, die sonst nur in polaren Gebieten verbreitet sind. Insbesondere ist die Hardangervidda für das reiche Vorkommen der Moltebeere bekannt.
Aufgrund der extremen Winterbedingungen ist die Hochebene für viele polare Tier- und Pflanzenarten das südlichste Verbreitungsgebiet.
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Landkartenflechten auf einem Felsstein der Hardangervidda |
[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten
- Hårteigen, ein Berg
- Hardangerjøkul, ein Gletscher, der unmittelbar nördlich der Hardangervidda liegt
- Vøringfoss, ein Wasserfall
- Hardangerfjord
- Stabkirchen in der Umgebung der Hardangervidda in:
- Middelalderuka (dt.:"Mittelalterwoche") (Juli/August) in Numedal
[Bearbeiten] Museum
In der Hardangvidda gibt es zwei Museen. Beim See Møsvatnet in Tinn ist ein Museum und in Eidfjord das Hardangervidda nasjonalparksenter.
[Bearbeiten] Aktivitäten
- Trekking, Ski- und Radwandern und Wandern sind beliebte Urlaubsaktivitäten im Nationalpark. Es gibt ein weit ausgebautes Netz an bewirtschafteten und unbewirtschafteten Hütten des norwegischen Wandervereins DNT. Im Winter sind diese jedoch geschlossen. Das Jedermannsrecht erlaubt freies Zelten und Übernachten in der Natur.
- Die Trollbahn ist eine für Ausflüge mit Kindern gedachte kleine Bahn. Sie fährt zwischen Juni bis August zwischen Vøringfoss und dem Måbø Gård Museum.
- Draisinen-Fahrt auf der stillgelegten Strecke der Numedalbahn.
[Bearbeiten] Verkehr
Über die Hardangervidda führt der Riksvei 7 vom Hardangerfjord an der Westküste Norwegens nach Geilo im Hallingdal. Da die Verkehrsteilnehmer auf der Strecke im Winter teilweise mit Schneeverwehungen und vereisten Straßen zu kämpfen haben, wird bei widrigen Wetterbedingungen oftmals Kolonnekjøring vorgeschrieben.
Die regelspurige Eisenbahnstrecke der Bergenbahn führt von Oslo über Finse nach Bergen über das Hochplateau.
[Bearbeiten] Siehe auch
[Bearbeiten] Quellen
- Norwegen, Mair Dumont Baedeker, Astrid Feltes-Peter und Anja Carstanjen-Schroth, 2005, ISBN 3-8297-1065-8
- Norwegen, Mair Dumont Dumont, Michael Möbius und Annette Ster, 2006, ISBN 3-7701-7611-1
- Reisemotive, Reiseverhalten und Wahrnehmungen deutscher Touristen in Norwegen als Grundlage der Entwicklung neuer Konzepte für die norwegische Tourismuswirtschaft, Dissertation, Thomas Kliem
- Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten, Leif Ryvarden
[Bearbeiten] Weblinks
Hardangervidda Natur- u. Kulturzentrum, Eidfjord (Museum)
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Koordinaten: 60°3′N, 7°25′O

