Felix (2000)

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Film
Titel Felix
Originaltitel Drôle de Félix
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 95 Minuten
Altersfreigabe
Stab
Regie
Drehbuch
  • Olivier Ducastel
  • Jacques Martineau
Produktion Philippe Martin
Musik Nicholas Pike
Kamera Matthieu Poirot-Delpech
Schnitt Sabine Mamou
Besetzung

Felix ist ein französisches Roadmovie von Olivier Ducastel und Jacques Martineau aus dem Jahr 2000.

Felix lebt mit seinem Freund, dem Lehrer Daniel, in Dieppe. Er ist HIV-positiv, hat gerade seine Arbeit verloren und gibt seine Wohnung auf. Dabei entdeckt er Briefe seines Vaters an seine Mutter wieder. Der Vater lebt in Marseille und trennte sich noch vor Felix’ Geburt von der Familie. Felix entschließt sich, quer durch das Land nach Marseille zu trampen und seinen Vater kennenzulernen. Er schenkt Daniel zudem ein Zugticket: In fünf Tagen wollen sich beide in Marseille treffen.

Felix kommt zunächst per Anhalter nach Rouen, wo er zwei Männer trifft, die gerade einen Araber zusammengeschlagen haben. Felix flieht und wird von einem der beiden Männer verfolgt und geschlagen. Aus Angst geht er nicht zur Polizei. In einer Kleinstadt trifft er auf seiner Reise auf den 17-jährigen Jules, dem er beim Malen hilft. Beide übernachten in Jules’ Bett. Aus Übermut stehlen sie am nächsten Tag ein Auto und fahren umher, da Jules noch nie aus der Kleinstadt herausgekommen ist. Am Ende gehen beide in eine Gay-Disko, doch weist Felix Jules’ Annäherungsversuche ab, sieht er in Jules doch eher den „kleinen Bruder“. Während Felix weiterfährt, versucht Jules bereits, den nächsten Mann in seiner Kleinstadt kennenzulernen. In Mathilde lernt Felix die „Großmutter“ seiner Reisebekanntschaften kennen. Sie bringt ihn dazu, ihr die Einkäufe in die Wohnung zu bringen, und Felix hilft ihr kurz darauf, ihre Wohnung umzuräumen, in der Mathilde seit dem Tod ihres Mannes alleine lebt. Aus dem Fernsehen erfährt Felix, dass der Mann in Rouen seinen Verletzungen erlegen ist. Er verspricht Mathilde, in Marseille zur Polizei zu gehen.

Seinen idealen „Cousin“ trifft Felix wenig später in einem Autofahrer, der sich als Eisenbahner entpuppt. Beide lassen zusammen einen Drachen steigen, den Felix bereits in Dieppe gekauft hat, und schlafen spontan in einem Feld miteinander. Auf einem Rastplatz wiederum trifft Felix kurz darauf seine „Schwester“, die dreifache Mutter Isabell, die gerade ihre drei Kinder zu deren drei Vätern bringt. Beide übernachten in einem Motel und Isabell errät, dass Felix der unbekannte Augenzeuge der Vorkommnisse in Rouen ist, nach dem gesucht wird. Einer der Täter wurde inzwischen gefasst. Felix gesteht Isabell, dass er einfach Angst hatte, zur Polizei zu gehen. Kurz vor Marseille macht Felix schließlich Bekanntschaft mit einem Angler, den er als „Vater“ einordnet. Der alte Mann weckt in ihm Zweifel, ob er seinen Vater wirklich aufsuchen sollte. Offensichtlich hat sich der Vater bisher nie um Felix gekümmert und auch Felix hat keinen besonderen Grund, ihn kennenzulernen, außer einem gewissen Grad an Neugier. Der Angler rät Felix, sich aus dem Leben seines Vaters herauszuhalten und sein Verhalten zu akzeptieren. Tatsächlich verzichtet Felix in Marseille darauf, seinen Vater zu suchen. Stattdessen holt er Daniel vom Bahnhof ab. Der hat einen Kurzurlaub auf Korsika organisiert und beide begeben sich auf das Schiff, ohne dass Felix Kontakt zu seinem Vater gesucht hätte.

Felix war nach dem Filmmusical Jeanne et le garçon formidable (1998) die zweite Regie-Zusammenarbeit von Olivier Ducastel und Jacques Martineau. Die Dreharbeiten fanden unter anderem in Dieppe statt. Die Kostüme schuf Juliette Chanaud, die Filmbauten stammen von Louis Soubrier.

Felix erlebte im Februar 2000 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin seine Premiere. Am 19. April 2000 lief er in den französischen Kinos an, wo er von 82.330 Zuschauern gesehen wurde.[1] Er war ab 2. November 2000 auch in den deutschen Kinos zu sehen. Am 9. April 2001 erschien der Film sowohl auf Video als auch auf DVD.

Der film-dienst nannte Felix ein „komödiantisches Road Movie, das utopistische Ansätze von einem leichteren Miteinander der Menschen aufzeigt, aber auch die oft erschreckende Realität mit einbezieht.“ Der Film sei „mit leichter Hand stilistisch perfekt inszeniert, getragen von beeindruckenden Bildern voller Leuchtkraft, unverkrampft gespielt.“[2]

Trotz „schwerer Themen wie Rassismus, Aids, Familienbilder und ein schwules Coming-out“ sei mit Felix eine „überaus berührende, leichtfüßige und humorvolle Geschichte“ gelungen, schrieb Cinema.[3]

Felix gewann 2000 den Preis der Teddy-Jury der Berlinale. Im selben Jahr wurde Sami Bouajila auf dem Festival du film romantique de Cabourg als Bester Nachwuchsdarsteller ausgezeichnet. Felix erhielt 2000 eine Nominierung für den Emdener Filmpreis des Internationalen Filmfests Emden-Norderney und wurde ebenfalls 2000 beim Inside Out Toronto LGBT Film and Video Festival mit dem Zuschauerpreis ausgezeichnet. Auf dem Festival MIX Milano di cinema gaylesbico e queer culture in Mailand erhielt Felix 2001 den Preis für den besten Film.

Einzelnachweise

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  1. Vgl. allocine.fr
  2. Felix. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 2. März 2017.
  3. Felix. In: cinema. Abgerufen am 9. April 2022.