Eugen-Biser-Stiftung

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Eugen-Biser-Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts, die dem „Dialog aus christlichem Ursprung“ verpflichtet ist. Sie wurde im Jahr 2002 gegründet und ist nach ihrem Spiritus Rector, dem Theologen, Religionsphilosophen und Zeitdiagnostiker Eugen Biser, benannt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Ziele und Aufgaben

In der Satzung der Eugen-Biser-Stiftung heißt es in Paragraph 2 (Stiftungszweck):

„Die Stiftung richtet den Blick aus christlichem Welt- und Werteverständnis auf alle Bereiche menschlicher Existenz mit dem Ziel des Dialogs und der Verständigung mit anderen Religionen, Weltanschauungen und Kulturen in dem Bemühen um Freiheit, Toleranz und Frieden. Diesem Stiftungszweck dienen die wissenschaftliche, interdisziplinäre Analyse und Reflexion, Veranstaltungen und Veröffentlichungen. Das dem Dialog zugrunde liegende christliche Welt- und Werteverständnis der Stiftung ist geprägt von dem theologischen und philosophischen Werk von Prälat Prof. Dr. phil. Dr. theol. Dr. theol. h. c. Eugen Biser. Sein Werk ist einer in die Zukunft weisenden Neuinterpretation des Christentums und den daraus resultierenden Konsequenzen für ein christliches Gottes-, Menschen- und Weltverständnis gewidmet. Es soll als Ganzes wie in seinen konstitutiven Elementen und seiner Zielsetzung für die Theologie wie für den praktischen Vollzug des Christseins in Kirche, Staat und Gesellschaft fruchtbar gemacht werden.“

In diesem Sinne arbeitet die Eugen-Biser-Stiftung an der Intensivierung des interreligiösen und interkulturellen Dialogs aus christlichem Ursprung mit den anderen monotheistischen Religionen (Judentum, Islam) sowie mit Weltanschauungen und Kulturen. Sie möchte die Ausgestaltung einer gemeinsamen Basis für ein tolerantes, friedliches Zusammenleben der Religionen und Nationalitäten auf nationaler und supranationaler Ebene befördern. Dabei steht die Vermittlung der Grundwerte des Christentums und christlicher Impulse für die gesellschaftliche, politische und rechtliche sowie kulturelle Gestaltung des Zusammenlebens und für die Zukunft Europas sowie die Förderung des innerchristlichen Ausgleichs und der Ökumene im Mittelpunkt. Bei der Verfolgung dieser Ziele bedarf es der Analyse der geistigen und religiösen Entwicklungen in allen Kontexten menschlicher Lebenswirklichkeit in unterschiedlichen Staatsformen – vom Einzelnen über die Familien bis hin zur Gesellschaft.

[Bearbeiten] Aktivitäten zur Umsetzung des Stiftungszwecks

[Bearbeiten] Jahresveranstaltungen

Seit ihrer Gründung veranstaltet die Eugen-Biser-Stiftung jedes Jahr eine Jahresveranstaltung, die zunächst einen Bericht über ihre Tätigkeiten und eine Vorschau auf die geplanten Aktivitäten gibt. Nach einem Vortrag von Professor Eugen Biser folgen dann– „im Dialog“ mit ihm – ein oder zwei Gastvorträge. Beim anschließenden Empfang besteht für die TeilnehmerInnen die Möglichkeit zu Begegnung und vertiefendem Austausch.

[Bearbeiten] Vortragsveranstaltungen

Die Eugen-Biser-Stiftung ist Veranstalter für öffentliche Vortragsveranstaltungen und Diskussionsrunden u.a. im Literaturhaus München. Diese Abende werden inhaltlich getragen von Eugen Biser und seinen Kollegen aus dem Stiftungsrat, dem Kuratorium sowie geladenen Gästen. Sie sind thematisch von theologischer oder philosophischer Natur. Bei den Veranstaltungen lässt die Stiftung sich von der Absicht leiten, durch die Institution der Vortragsabende eine interessierte ökumenische und interreligiöse Öffentlichkeit an ihrer geistigen Arbeit teilhaben zu lassen.

[Bearbeiten] Interkulturelle und interreligiöse Symposien

Auf dem Weg des wissenschaftlichen Austausches ist es eine der Aufgaben der Eugen-Biser-Stiftung, zum Beispiel zu einer Verbesserung des Verständnisses zwischen Christen und Muslimen beizutragen. Daher gilt es, maßgebliche religiöse Grundpositionen philosophisch-theologisch zu erarbeiten, die zum tragfähigen Fundament für ein friedliches Miteinander von Christen und Muslimen werden können. Die Auswahl der Problemfelder für die Symposien entspricht diesem Ziel. An erster Stelle steht eine Verständigung über das Menschenbild, das grundlegend ist für die Frage nach Menschenrechten, Religionsfreiheit und Demokratie, und unausweichlich zum Diskurs über das Gottesverständnis führt. In diesem Zusammenhang wurde gemeinsam mit der Islamisch-Theologischen Fakultät der Universität Ankara die Veranstaltungsreihe „Interkulturelle und interreligiöse Symposien“ etabliert.

[Bearbeiten] Expertentagungen

Nach den Erfahrungen des Landes Niedersachsen und der Republik Österreich versteht die Eugen-Biser-Stiftung die wesentlichen Aspekte des künftigen Islamischen Religionsunterrichtes als unmittelbar verbunden mit dem Aufgabenfeld der Integration. Sie fördert dazu den Meinungsaustausch über Fragen des Islamischen Religionsunterrichtes im Kontakt mit staatlichen und kirchlichen Stellen. Gleichzeitig unterstützt sie die Ausbildung von Imamen vorzugsweise auf Expertentagungen.

[Bearbeiten] Christlich-Islamisches Begriffslexikon

Die Vorbereitung für die Herausgabe des Christlich-Islamischen Begriffslexikons läuft in der Eugen-Biser-Stiftung seit 2004/2005. Besonderes Merkmal des Lexikons ist die Zusammenarbeit von türkischen islamischen Wissenschaftlern und christlichen Theologen und Philosophen wobei der inhaltliche Schwerpunkt des Lexikons auf der Erläuterung von Begriffen für den deutsch-türkischen interreligiösen und interkulturellen Dialog liegt.

[Bearbeiten] Eugen-Biser-Bibliographie

Zur Bewahrung, Erschließung, Fortführung und Verbreitung des theologischen und philosophischen Werkes von Eugen Biser hat sich die Eugen-Biser-Stiftung den Aufbau einer Eugen-Biser-Bibliothek, eines Eugen-Biser-Archivs sowie die Erstellung einer umfassenden Eugen-Biser-Bibliographie zur Aufgabe gemacht.

[Bearbeiten] Eugen-Biser-Preis

Die Eugen-Biser-Stiftung vergibt den mit 5.000 Euro dotierten Eugen-Biser-Preis satzungsgemäß für:

  • herausragende wissenschaftliche theologische oder philosophische Veröffentlichungen
  • den öffentlichen Einsatz für die christlichen Werte
  • den Dialog und die Begegnung mit anderen Religionen, Weltanschauungen und Kulturen in dem Bemühen um Freiheit, Toleranz und Frieden.

Der Eugen-Biser-Preis wurde auf Beschluss des Stiftungsrates bisher vergeben an:

  • 2003: Professor Ferdinand Hahn für sein zweibändiges Werk „Theologie des Neuen Testaments“
  • 2005: Karl Kardinal Lehmann für sein wissenschaftliches philosophisches und theologisches Werk ebenso wie für sein Bestreben, der christlichen Kirche ein Profil zu verleihen, das dem Ursprung des Christentums gerecht wird.

[Bearbeiten] Habilitationsprojekte

Nur im wissenschaftlichen Diskurs kann das ursprüngliche Verständnis des Christentums, wie es Eugen Biser zum Ausdruck gebracht hat, in die Zukunft hineinwirken. Da es Eugen Biser auf dem philosophischen Romano-Guardini-Lehrstuhl versagt blieb, im Bereich der Theologie durch die Betreuung von Promotionen oder Habilitationen schulbildend zu wirken, war der primäre Anstoß für die Eugen-Biser-Stiftung die Förderung wissenschaftlicher Arbeiten über den theologischen Neueinsatz von Eugen Biser.

[Bearbeiten] Organe der Stiftung

Der Vorstand, der Stiftungsrat und das Kuratorium sind die Organe der Stiftung. Alle Mitglieder der Stiftungsorgane üben ihre Tätigkeit ehrenamtlich aus.

[Bearbeiten] Finanzierung

Die Arbeit der Stiftung ist überwiegend aus Spenden finanziert. Da sie eine gemeinnützige Einrichtung ist, kann die Stiftung Zuwendungen in steuerbegünstigter Form annehmen.

[Bearbeiten] Freundeskreis der Eugen-Biser-Stiftung e. V.

Dem Freundeskreis der Eugen-Biser-Stiftung e.V. gehören zurzeit etwa 200 Personen an. Er unterstützt die Eugen-Biser-Stiftung sowohl ideell als auch finanziell bei der Durchführung ihrer Projekte und Ziele.

[Bearbeiten] Veröffentlichungen

[Bearbeiten] Literatur (Auswahl)

[Bearbeiten] Ton- und Bilddokumente (Auswahl)

  • Videoedition “Christliches Menschenbild“. Eugen Biser erläutert in 13 Folgen Fragen zum Christlichen Menschenbild im Gespräch mit Richard Heinzmann. Die Edition umfasst eine VHS-Videokassette (ca. 195 Min.)
  • Videoedition “Neue Spiritualität“. Eugen Biser erläutert in 13 Folgen Fragen zur Neuen Spiritualität im Gespräch mit Richard Heinzmann. Die Edition umfasst eine VHS-Videokassette (ca. 190 Min.)
  • DVD “Schauen und Glauben“. Die Videoedition zur Sendereihe "Schauen und Glauben – Eugen Biser im Gespräch mit Reinhold Baumstark vor ausgewählten Gemälden der Alten Pinakothek München" wendet sich an alle Kunst- und Kulturinteressierten sowie diejenigen, die die Theologie Eugen Bisers am Schnittpunkt zur bildenden Kunst näher kennenlernen möchten. Die Edition beinhaltet zwei DVDs und ein Booklet mit Texten von Eugen Biser und zur Arbeit der Eugen-Biser-Stiftung.
  • CD-Edition “Chancen des Christseins“. Eugen Biser, Chancen des Christseins – Perspektiven einer neuen Theologie. 4 Vorträge auf 5 CDs (3 Einzel- sowie eine Doppel-CD) und ein 14seitiges Begleitheft mit einem Nachwort von Richard Niedermeier im Schuber (Die CDs können auch einzeln erworben werden.), Limburg: Glaukos Verlag, 2005, ISBN 3-930428-26-1(Eugen Biser verweist in seiner fünf CDs umfassenden Edition von Vorträgen "Nur der Friede rettet die Welt" (Spielzeit: 90:37 min), "Ist der Mensch, was er sein soll?" (Spielzeit:64:28 min), "Vom Geheimnis des Christentums" (Spielzeit:59:36 min), "Die Christenheit und Europa" (Spielzeit: 55:43 min) eindringlich auf die Chancen des Christseins.)

[Bearbeiten] Fernsehaufzeichnungen (Auswahl)

  • Live-Übertragung der “Festveranstaltung anlässlich des 90. Geburtstages von Eugen Biser, Bayerisches Fernsehen 12. Januar 2008
  • “Glaube und Politik – Visionen für eine humane Zukunft“. Martin Balle im Gespräch mit Eugen Biser und Theo Waigel lautete der Titel der Sendung, 2 Teile, BR-alpha am 18. Oktober und 15. November 2006 ausstrahlte.

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge