Antonius Leconte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist eine alte Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. April 2024 um 00:35 Uhr durch 176.2.128.144 (Diskussion) (Anton Leconte, französischer Jurist). Sie kann sich erheblich von der aktuellen Version unterscheiden.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Anton Leconte, lat. Antonis Contius, frz. Antoine Le Conte (* 1517 in Noyon; † 1577 oder 1586 in Bourges), war ein französischer Jurist, katholischer[1]Professor für Kirchenrecht und Autor.[2][3]

Biographisches

Leconte’s Vater war der im Dienst des Königs stehende Beamte Johann Contius.[4]

Zu Bourges verteidigte Leconte im Jahr 1553 eine Streitschrift.[5] Leconte war nach eigener Aussage Schüler des Eguinaire Baron, entweder in Angers, wahrscheinlicher aber in Bourges.[4] Zum Jahr 1557 oder 1558 wurde Leconte als Ersatz für den in Bourges von Franciscus Duaren und Hugo Donell von jener Universität vertriebenen Jacques Cujas berufen. Leconte wird als Cujas „Freund und Bewunderer“ beschrieben. Duaren war neidisch auf seinen Cujas’ Lehrstuhl gewesen und Donell hatte sich ungerecht behandelt gesehen, diesen nicht erhalten zu haben.[2]

Die Sterne standen auch für Leconte nicht gut, als er seine Professur in Bourges antrat, denn Donell stand mit seinem Protestantismus dem Katholizismus Leconte’s gegenüber. Es ist ungewiss, weshalb auch Duaren Leconte bekämpfte, jedenfalls tat er es gemeinsam mit Donell. Leconte konnte entgegen dieses Widerstandes erst nach zwei Jahren in Bourges seinem Lehrauftrag nachgehen.[2] Auch mit Hotman scheint sich Leconte nicht einig gewesen zu sein, zumindest was die gelehrten Inhalte angeht,[6] auch der mit Leconte zerstrittene Johannes Calvin, der darüber hinaus Leconte’s Cousin war.[4][3]

Schließlich ging Leconte im Jahr 1570 nach Orléans. Unter den ihn hier schätzenden Studenten war auch Jacques-Auguste de Thou.[6] Vor seinem Tod wurde Leconte noch einmal nach Bourges zurückberufen.[4]

Leconte beschäftigte sich zeitlebens insbesondere mit der „Aufklärung und Verbesserung des Römischen Gesetzbuchs“. Er starb im Jahr 1777 oder 1786 und wurde in der Nähe von Franciscus Duarenus begraben.[4]

Literatur

  • Gustav Hugo: Lehrbuch der Geschichte des römischen Rechts seit Justinian
    • Anton Le Conte (Contius) in: Teil („Versuch“) 2. (= Lehrbuch eines civilistischen Cursus, Band 6.) Berlin 1818. S. 248–251 (Online).
    • Antonius Contius (Le Conte) in: Teil („Versuch“) 3. (= Lehrbuch eines civilistischen Cursus, Band 6.) Berlin 1830. S. 281–283 (Online)
  • Conte (auch Contius, Antoine le) in: Heinrich August Pierer (Hrsg.): Pierers Enzyklopädisches Wörterbuch, Band 5. Altenburg 1825. S. 618. (Online)
  • Anton Contius. In: Johann Friedrich Jugler: Beyträge zur juristischen Biographie, Band 3. Leipzig 1777. S. 52–60. (Online)


Einzelnachweise

  1. Andreas Bauer, Karl H. L. Welker: Europa und seine Regionen: 2000 Jahre Rechtsgeschichte. Böhlau Verlag Köln Weimar, 2007, ISBN 978-3-412-13804-2 (google.de [abgerufen am 29. April 2024]).
  2. a b c Wilfrid Vogt: Franciscus Duarenus 1509 – 1559. Sein didaktisches Reformprogramm und seine Bedeutung für die Entwicklung der Zivilrechtsdogmatik. In: H. Hübner (Hrsg.): Beiträge zur neueren Privatrechtsgeschichte. Band 4. W. Kohlhammer, 1971, S. 24–26 (google.de).
  3. a b Harm-Jan van Dam: Hugo Grotius, De imperio summarum potestatum circa sacra: Volume 2. BRILL, 2022, ISBN 978-90-04-53091-1, S. 24 (google.de [abgerufen am 29. April 2024]).
  4. a b c d e Johannes Fridericus Jugler: Beyträge zur juristischen Biographie, oder Genauere litterärische und critische Nachrichten von dem Leben und den Schriften verstorbener Rechtsgelehrten auch Staatsmänner, welche sich in Europa berühmt gemacht haben. 1777 (google.de [abgerufen am 29. April 2024]).
  5. Gustav Hugo: Lehrbuch der Geschichte des römischen Rechts seit Justinian oder der juristischen und meist civilistischen gelehrten Geschichte. A. Mylius, 1818 (google.de [abgerufen am 29. April 2024]).
  6. a b Encyclopädisches Wörterbuch der Wissenschaften, Künste und Gewerbe: bearbeitet von mehreren Gelehrten. Citronenmus bis Creditwesen. 1825 (google.de [abgerufen am 29. April 2024]).