„Győr“ – Versionsunterschied

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|Telefonvorwahl = 96
|Telefonvorwahl = 96
|Bürgermeister = [[Csaba András Dézsi]]<ref>{{cite web |author=Attila Rovó, Marianna Biró |title=A fideszes Dézsi Csaba András megnyerte Győrben az időközi polgármester-választást |url=https://index.hu/belfold/2020/01/26/gyor_idokozi_polgarmester_valasztas_eredmeny_dezsi_csaba_andras_pollreisz_balazs_borkai_fidesz/ |publisher=Index.hu |accessdate=2020-01-26 |date=2020-01-26 |language=hu}}</ref>
|Bürgermeister = [[Csaba András Dézsi]]<ref>{{cite web |author=Attila Rovó, Marianna Biró |title=A fideszes Dézsi Csaba András megnyerte Győrben az időközi polgármester-választást |url=https://index.hu/belfold/2020/01/26/gyor_idokozi_polgarmester_valasztas_eredmeny_dezsi_csaba_andras_pollreisz_balazs_borkai_fidesz/ |publisher=Index.hu |accessdate=2020-01-26 |date=2020-01-26 |language=hu}}</ref>
|BürgermeisterStand = 2014
|BürgermeisterStand = 2023
|Partei = Fidesz-KDNP
|Partei = Fidesz-KDNP
|AnschriftStraße = Városház tér 1
|AnschriftStraße = Városház tér 1
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[[Datei:Győr Monastery.jpg|mini|hochkant|Győr, Karmeliterkirche mit ehemaligem Kloster am Wienertor-Platz (rechts der Brücke)]]
[[Datei:Győr Monastery.jpg|mini|hochkant|Győr, Karmeliterkirche mit ehemaligem Kloster am Wienertor-Platz (rechts der Brücke)]]


'''Győr''' ({{IPA|ˈɟøːr|Tondatei=Hu-Györ.ogg}}; {{deS|''Raab''}}, [[Slowakische Sprache|slowakisch]] ''Ráb'', {{laS}} Antike: ''Arrabona'', Mittelalter: ''Jaurinum, Jaurium, Javarinum, Jurinum'') ist eine westungarische Stadt mit etwa 130.000 Einwohnern. Die Stadt hat [[Stadt mit Komitatsrecht|Komitatsrecht]]. Sie liegt im westlichen [[Pannonien]], der [[Kleine Ungarische Tiefebene|Kleinen Ungarischen Tiefebene]]. Hier mündet die [[Raab (Fluss)|Raab]] in die ''Mosoni Duna'' ([[Moson-Donau]] oder Kleine Donau), einen rechtsseitigen Seitenarm der [[Donau]].
'''Győr''' ({{IPA|ˈɟøːr|Tondatei=Hu-Györ.ogg}}; {{deS|''Raab''}}, {{laS}} Antike: ''Arrabona'', Mittelalter: ''Jaurinum, Jaurium, Javarinum, Jurinum'') ist eine westungarische Stadt mit etwa 130.000 Einwohnern. Die Stadt hat [[Stadt mit Komitatsrecht|Komitatsrecht]]. Sie liegt im westlichen [[Pannonien]], der [[Kleine Ungarische Tiefebene|Kleinen Ungarischen Tiefebene]]. Hier mündet die [[Raab (Fluss)|Raab]] in die ''Mosoni Duna'' ([[Moson-Donau]] oder Kleine Donau), einen rechten Seitenarm der [[Donau]].


== Geschichte ==
== Geschichte ==
In der Antike befand sich auf dem Gebiet der Stadt Győr die [[Römische Militärlager|römische Siedlung]] [[Kastell Arrabona|Arrabona]]. Davon leitet sich der Name „Raab“ ab. [[Bistum Győr|Bistum]] und Burggrafschaft wurden im 10. Jahrhundert gegründet, das [[Stadtrecht]] folgte 1271. Győr war während der [[Türkenkriege]] einer der letzten Vorposten vor [[Wien]] und hatte daher unschätzbare militärische Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurde Raab nach Plänen der [[Magistri Comacini|italienischen]] Baumeister [[Pietro Ferrabosco]] und [[Bernardo Gaballio]] zur [[Festung]]<ref>Historische Karte als [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-30176 Digitalisierte Ausgabe] der [[Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf]]</ref> ausgebaut. Im Lapidarium von Győr sind auch Fragmente des Wiener Tores ''(Bécsi-kapu),'' eines triumphbogenartigen [[Renaissance]]portals, aufbewahrt, die Kaiserkrone, das königlich ungarische Wappen, allesamt aus dem harten, weißen [[Kaiserstein (Gestein)|Kaiserstein]] aus [[Kaisersteinbruch]] (ungarisch ''Császárkőbánya'').
In der Antike befand sich auf dem Gebiet der Stadt Győr die [[Römische Militärlager|römische Siedlung]] [[Kastell Arrabona|Arrabona]]. Davon leitet sich der Name „Raab“ ab. [[Bistum Győr|Bistum]] und Burggrafschaft wurden im 10. Jahrhundert gegründet, das [[Stadtrecht]] folgte 1271. Győr war während der [[Türkenkriege]] einer der letzten Vorposten vor [[Wien]] und hatte daher unschätzbare militärische Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurde Raab nach Plänen der [[Magistri Comacini|italienischen]] Baumeister [[Pietro Ferrabosco]] und [[Bernardo Gaballio]] zur [[Festung]]<ref>Historische Karte als [http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:hbz:061:1-30176 Digitalisierte Ausgabe] der [[Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf]]</ref> ausgebaut. Im [[Lapidarium]] von Győr sind auch Fragmente des Wiener Tores ''(Bécsi-kapu),'' eines triumphbogenartigen [[Renaissance]]portals, aufbewahrt, die Kaiserkrone, das königlich ungarische Wappen, allesamt aus dem harten, weißen [[Kaiserstein (Gestein)|Kaiserstein]] aus [[Kaisersteinbruch]] (ungarisch ''Császárkőbánya'').


{{Hauptartikel|Verwendung von Kaiserstein als Baumaterial#Kaiserstein in Ungarn, eine Auswahl in Raab (Győr) und in Ödenburg (Sopron)|titel1=im Artikel Verwendung von Kaiserstein als Baumaterial}}
{{Hauptartikel|Verwendung von Kaiserstein als Baumaterial#Kaiserstein in Ungarn, eine Auswahl in Raab (Győr) und in Ödenburg (Sopron)|titel1=im Artikel Verwendung von Kaiserstein als Baumaterial}}
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Die Befestigung der Stadt wurde 1564 unter der Obhut von [[Hermes Schallautzer]] vollendet. Im [[Langer Türkenkrieg|Langen Türkenkrieg]] wurde Raab 1594 von den [[Osmanisches Reich|Osmanen]] erobert, konnte 1598 jedoch durch [[Adolf von Schwarzenberg]] zurückerobert werden – ein Ereignis, dem eine solche Bedeutung beigemessen wurde, dass im ganzen Reich auf Befehl [[Rudolf II. (HRR)|Rudolfs&nbsp;II.]] ''[[Raaberkreuz]]e'' mit der Inschrift „Sag Gott, dem Herrn, Lob und Dank, dass Raab wieder kommen in der Christen Hand“ errichtet wurden, die man vor allem in Niederösterreich heute noch findet.
Die Befestigung der Stadt wurde 1564 unter der Obhut von [[Hermes Schallautzer]] vollendet. Im [[Langer Türkenkrieg|Langen Türkenkrieg]] wurde Raab 1594 von den [[Osmanisches Reich|Osmanen]] erobert, konnte 1598 jedoch durch [[Adolf von Schwarzenberg]] zurückerobert werden – ein Ereignis, dem eine solche Bedeutung beigemessen wurde, dass im ganzen Reich auf Befehl [[Rudolf II. (HRR)|Rudolfs&nbsp;II.]] ''[[Raaberkreuz]]e'' mit der Inschrift „Sag Gott, dem Herrn, Lob und Dank, dass Raab wieder kommen in der Christen Hand“ errichtet wurden, die man vor allem in Niederösterreich heute noch findet.


Nachdem das osmanische Heer bei der [[Zweite Wiener Türkenbelagerung|zweiten Belagerung von Wien]] 1683 zurückgeschlagen worden war, erblühte Raab. 1712 verlieh König [[Karl VI. (HRR)|Karl&nbsp;III.]] der Stadt das [[Marktrecht]], Königin [[Maria Theresia]] bestätigte Raab 1743 als [[königliche Freistadt]] (ungarisch ''Szabad királyi város''). Dadurch erfolgte ein rasanter Aufschwung. In West- und Nordungarn, also in den vornehmlich katholischen Landesteilen stellten Bischofsresidenzen den Triumph der [[Gegenreformation]] selbstzufrieden und stolz zur Schau. Nahe Győr begannen 1742 die Bauarbeiten für den Palast der [[Erzabt|Erzäbte]] der [[Territorialabtei Pannonhalma]]. [[Heinrich Mulartz|Johann Heinrich Mulartz]] baute 1749 das Krankenhaus in einem Vorort. 1718 wurde in Győr eine Jesuitenakademie gegründet, die eine philosophische und juristische Ausbildung anbot und an der ab 1745 auch weltliche Studenten zugelassen wurden. Die [[István-Széchenyi-Universität|Königliche Akademie von Győr]] wurde 1776 gegründet.<ref>[https://uni.sze.hu/die-geschichte-der-szechenyi-istvan-universitat ''Die Geschichte der Széchenyi István Universität.''] Széchenyi István Universität</ref> Hier studierten unter anderem [[Antal Deák|Antal]] und [[Ferenc Deák (Politiker)|Ferenc Deák]]. Im Jahr 1809 fand die [[Schlacht bei Raab]] statt. In der Folge wurde die Stadt von den Franzosen belagert und musste kapitulieren.
Nachdem das osmanische Heer bei der [[Zweite Wiener Türkenbelagerung|zweiten Belagerung von Wien]] 1683 zurückgeschlagen worden war, erblühte Raab. 1712 verlieh König [[Karl VI. (HRR)|Karl&nbsp;III.]] der Stadt das [[Marktrecht]], Königin [[Maria Theresia]] bestätigte Raab 1743 als [[königliche Freistadt]] (ungarisch ''Szabad királyi város''). Dadurch erfolgte ein rasanter Aufschwung. In West- und Nordungarn, also in den vornehmlich katholischen Landesteilen, stellten Bischofsresidenzen den Triumph der [[Gegenreformation]] selbstzufrieden und stolz zur Schau. Nahe Győr begannen 1742 die Bauarbeiten für den Palast der [[Erzabt|Erzäbte]] der [[Territorialabtei Pannonhalma]]. [[Heinrich Mulartz|Johann Heinrich Mulartz]] baute 1749 das Krankenhaus in einem Vorort. 1718 wurde in Győr eine Jesuitenakademie gegründet, die eine philosophische und juristische Ausbildung anbot und an der ab 1745 auch weltliche Studenten zugelassen wurden. Aus ihr wurde die [[István-Széchenyi-Universität|Königliche Akademie von Győr]] 1776 gegründet.<ref>[https://uni.sze.hu/die-geschichte-der-szechenyi-istvan-universitat ''Die Geschichte der Széchenyi István Universität.'']{{Toter Link|url=https://uni.sze.hu/die-geschichte-der-szechenyi-istvan-universitat |date=2022-11 |archivebot=2022-11-11 00:20:20 InternetArchiveBot }} Széchenyi István Universität</ref> Hier studierten unter anderem [[Antal Deák|Antal]] und [[Ferenc Deák (Politiker)|Ferenc Deák]]. Im Jahr 1809 fand die [[Schlacht bei Raab]] statt. In der Folge wurde die Stadt von den Franzosen belagert und musste kapitulieren.
1855 erhielt die Stadt mit der ''[[Ostbahn (Österreich)|Wien-Raaber Eisenbahn-Gesellschaft]]'' erstmals eine Bahnverbindung. 1876 wurde zwischen Győr und [[Sopron]] (deutsch Ödenburg) eine weitere Eisenbahnverbindung eröffnet, die 1879 im zweiten Abschnitt nach [[Ebenfurth]] ([[Bahnstrecke Győr–Sopron–Ebenfurth]]) erweitert wurde.<ref>Leonhard Prickler: ''120 Jahre Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn.'' In: ''[[Burgenländische Heimatblätter]].'' Nr. 3, 1996, S. 115, {{ZOBODAT|pfad=pdf/Burgenlaendische-Heimatblaetter_58_0115-0133.pdf}}</ref><ref>Mechtler Paul: ''Die Entwicklung des Eisenbahnwesens in Ostösterreich''. In: ''Die Entwicklung des Verkehrswesens im pannonischen Raum bis 1918''. Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 1977, Maribor 1977. S. 119</ref> Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine Textil- und Maschinenbauindustrie, die bis heute besteht.
1855 erhielt die Stadt mit der ''[[Ostbahn (Österreich)|Wien-Raaber Eisenbahn-Gesellschaft]]'' erstmals eine Bahnverbindung. 1876 wurde zwischen Győr und [[Sopron]] (deutsch Ödenburg) eine weitere Eisenbahnverbindung eröffnet, die 1879 im zweiten Abschnitt nach [[Ebenfurth]] ([[Bahnstrecke Győr–Sopron–Ebenfurth]]) erweitert wurde.<ref>Leonhard Prickler: ''120 Jahre Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn.'' In: ''[[Burgenländische Heimatblätter]].'' Nr. 3, 1996, S. 115, {{ZOBODAT|pfad=pdf/Burgenlaendische-Heimatblaetter_58_0115-0133.pdf}}</ref><ref>Mechtler Paul: ''Die Entwicklung des Eisenbahnwesens in Ostösterreich''. In: ''Die Entwicklung des Verkehrswesens im pannonischen Raum bis 1918''. Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 1977, Maribor 1977. S. 119</ref> Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine Textil- und Maschinenbauindustrie, die bis heute besteht.


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== Verkehr ==
== Verkehr ==
Győr ist überregional mit der [[Bahnstrecke Budapest–Hegyeshalom]] (und weiter nach [[Wien]]), der [[Bahnstrecke Győr–Sopron–Ebenfurth]] sowie den Bahnstrecken Győr–Celldömölk und Győr – Veszprém angebunden. Die Stadt liegt zudem an der [[Autópálya M1|Autobahn M1]] von [[Budapest]] nach Wien und auch [[Bratislava]].
Győr ist überregional mit der [[Bahnstrecke Budapest–Hegyeshalom]] (und weiter nach [[Wien]]), der [[Bahnstrecke Győr–Sopron–Ebenfurth]] sowie den Bahnstrecken Győr–Celldömölk und Győr–Veszprém angebunden. Die Stadt liegt zudem an der [[Autópálya M1|Autobahn M1]] von [[Budapest]] nach Wien und auch [[Bratislava]].


== Städtepartnerschaften ==
== Städtepartnerschaften ==
Győr listet folgende zehn [[Gemeindepartnerschaft|Partnerstädte]] auf: <ref name="Twins">{{Internetquelle |url=http://onkormanyzat.gyor.hu/cikk/gyr_testvervarosi_kapcsolatai.html |titel=Győr testvérvárosi kapcsolatai - Győr Megyei Jogú Város Honlapja |autor= |werk= |hrsg= |datum= |abruf=2022-02-03}}</ref>
Győr listet folgende zehn [[Gemeindepartnerschaft|Partnerstädte]] auf:<ref name="Twins">{{Internetquelle |url=http://onkormanyzat.gyor.hu/cikk/gyr_testvervarosi_kapcsolatai.html |titel=Győr testvérvárosi kapcsolatai - Győr Megyei Jogú Város Honlapja |autor= |werk= |hrsg= |datum= |abruf=2022-02-03}}</ref>
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|[[Erfurt]] [[Datei:DEU Erfurt COA.svg|15px]]||{{DEU|Thüringen|Thüringen, Deutschland}}||1971
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|[[Posen]] [[Datei:POL Poznań COA.svg|15px]]||{{POL|Woiwodschaft Großpolen|Polen}}||2008
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|[[Sindelfingen]] [[Datei:Sindelfingen Wappen.svg|15px]]||{{DEU|Landkreis Böblingen|Baden-Württemberg, Deutschland}}||1989
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|[[Stuhr]] [[Datei:Wappen Stuhr.png|15px]]||{{DEU|Landkreis Diepholz|Niedersachsen, Deutschland}}||(kein Kontakt)<ref>{{Internetquelle |url=https://www.stuhr.de/freizeit-kultur/staedtepartnerschaften/gyoer-ungarn-/ |titel=Györ (Ungarn) |hrsg=Gemeinde [[Stuhr]] |abruf=2020-08-25 |sprache=de |zitat=Zur Zeit gibt es keine Begegnungen mit der ungarischen Stadt.}}</ref>
|[[Stuhr]] [[Datei:Wappen Stuhr.png|15px]]||{{DEU|Landkreis Diepholz|Niedersachsen, Deutschland}}||(kein Kontakt)<ref>{{Internetquelle |url=https://www.stuhr.de/freizeit-kultur/staedtepartnerschaften/gyoer-ungarn-/ |titel=Györ (Ungarn) |hrsg=Gemeinde [[Stuhr]] |abruf=2020-08-25 |sprache=de |zitat=Zur Zeit gibt es keine Begegnungen mit der ungarischen Stadt.}}</ref>
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[[Datei:Győr-Széchenyi tér.jpg|mini|Győr, St. Ignatius-Kirche]]
[[Datei:Győr-Széchenyi tér.jpg|mini|Győr, St. Ignatius-Kirche]]
* Rathaus, Ende 19. Jahrhundert
* Rathaus, Ende 19. Jahrhundert
* Palais Esterházy (siehe [[Kaiserstein (Gestein)#Für den Comte Gábor Esterházy in Raab (Győr) in seinem Palais|Kaiserstein für den Comte Gábor Esterházy]])
* Palais Esterházy (siehe [[Verwendung von Kaiserstein als Baumaterial#Für den Comte Gábor Esterházy in Raab (Győr) in seinem Palais|Kaiserstein für den Comte Gábor Esterházy]])
* ''János-Xántus-Museum'', ehemaliges Abt-Haus ''(Apátúrház)''. Bis 1742 standen hier einige Häuser, Abt Benedek Sajghó ließ sie für den Palast der Erzäbte der Benediktinerabtei von Pannonhalma zu einem Gebäude zusammenfassen. Den Steinmetzauftrag erhielt Meister [[Joseph Winkler (Steinmetz)|Joseph Winkler]] aus dem kaiserlichen Steinbruch ''(Császárkőbánya)'', [[Kaiserstein (Gestein)|Kaiserstein]] für das Hauptportal, die große Treppe, das Gesimse usw. Nach seinem Ableben übernahm Meister [[Johann Michael Strickner (Steinmetz)|Johann Michael Strickner]]. 1759 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Als 1786 der [[Benediktinerorden]] durch [[Joseph II. (HRR)|Joseph&nbsp;II.]] aufgelöst wurde, fiel das Haus dem [[Ärar|Militärärar]] zu. Seit 1802, der Wiederherstellung des Ordens, verfügte wieder der Erzabt von Pannonhalma über das Gebäude. Seit 1951 als Museum umbenannt nach [[János Xántus]], einem ungarischen Naturforscher des 19. Jahrhunderts.
* ''János-Xántus-Museum'', ehemaliges Abt-Haus ''(Apátúrház)''. Bis 1742 standen hier einige Häuser, Abt Benedek Sajghó ließ sie für den Palast der Erzäbte der Benediktinerabtei von Pannonhalma zu einem Gebäude zusammenfassen. Den Steinmetzauftrag erhielt Meister [[Joseph Winkler (Steinmetz)|Joseph Winkler]] aus dem kaiserlichen Steinbruch ''(Császárkőbánya)'', [[Kaiserstein (Gestein)|Kaiserstein]] für das Hauptportal, die große Treppe, das Gesimse usw. Nach seinem Ableben übernahm Meister [[Johann Michael Strickner (Steinmetz)|Johann Michael Strickner]]. 1759 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Als 1786 der [[Benediktinerorden]] durch [[Joseph II. (HRR)|Joseph&nbsp;II.]] aufgelöst wurde, fiel das Haus dem [[Ärar|Militärärar]] zu. Seit 1802, der Wiederherstellung des Ordens, verfügte wieder der Erzabt von Pannonhalma über das Gebäude. Seit 1951 als Museum umbenannt nach [[János Xántus]], einem ungarischen Naturforscher des 19. Jahrhunderts.
* Nationaltheater
* Nationaltheater
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* Karmeliter-Kirche
* Karmeliter-Kirche
* ''St. Ignatius-Kirche''. Im gleichen Jahr 1627, in dem der Bau der [[Jesuitenkirche (Wien)|Wiener Jesuitenkirche]] in Angriff genommen wurde, erließ [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand II.]] einen Stiftungsbrief, in dem er das Haus des Tamás Stahel in Győr zur Einrichtung eines Kollegs und einer Schule der [[Gesellschaft Jesu]] schenkte. Der Grundstein zum Kolleg wurde 1634, zur Ordenskirche 1635 gelegt. Der Bau dieser frühesten Barockkirche mit Ordenshaus in Ungarn wurde nach der ''Wiener Norm'' begonnen. Die von [[Baccio del Bianco]]s Stilmerkmalen gekennzeichnete Fassade wurde während der von Martin Wittwer ausgeführten Restaurierungsarbeiten künstlerisch verändert; damals wurden auch die Turmhelme durch neue ersetzt. Als Vorlage dienten die [[Jesuitenkirche (Wien)|Wiener Jesuitenkirche]] und die [[Il Gesù|Jesuskirche]] in Rom.
* ''St. Ignatius-Kirche''. Im gleichen Jahr 1627, in dem der Bau der [[Jesuitenkirche (Wien)|Wiener Jesuitenkirche]] in Angriff genommen wurde, erließ [[Ferdinand II. (HRR)|Ferdinand II.]] einen Stiftungsbrief, in dem er das Haus des Tamás Stahel in Győr zur Einrichtung eines Kollegs und einer Schule der [[Gesellschaft Jesu]] schenkte. Der Grundstein zum Kolleg wurde 1634, zur Ordenskirche 1635 gelegt. Der Bau dieser frühesten Barockkirche mit Ordenshaus in Ungarn wurde nach der ''Wiener Norm'' begonnen. Die von [[Baccio del Bianco]]s Stilmerkmalen gekennzeichnete Fassade wurde während der von Martin Wittwer ausgeführten Restaurierungsarbeiten künstlerisch verändert; damals wurden auch die Turmhelme durch neue ersetzt. Als Vorlage dienten die [[Jesuitenkirche (Wien)|Wiener Jesuitenkirche]] und die [[Il Gesù|Jesuskirche]] in Rom.
:Laut einem zwischen 1637 und 1650 geführten [[Memoire|Memoriale]] war der ausführende Maurer des Kollegs und der Kirche Bartholomäus [[della Torre]], von [[Magistri Comacini|Ramponio]] in der [[Bistum Como|Diözese Como]] in Italien, gemeinsam mit dem älteren Sohn Giacomo della Torre. „Bartholomeus Murarius, qui Templum Nostrum aedificavit“. Nach der Inschrift an der Fassade erfolgte 1641 die feierliche Einweihung der Kirche<ref>Pál Voit, ''Der Barock in Ungarn''. S. 24–25. Corvina – Helikon, Budapest 1971.</ref> (siehe [[Kaiserstein (Gestein)#Für die Jesuiten, ihre St.-Ignatius-Kirche mit Ordenshaus in Raab (Győr), Ungarn|Kaiserstein für die Jesuiten]]).
:Laut einem zwischen 1637 und 1650 geführten [[Memoire|Memoriale]] war der ausführende Maurer des Kollegs und der Kirche [[Bartolomeo della Torre]], von [[Magistri Comacini|Ramponio]] in der [[Bistum Como|Diözese Como]] in Italien, gemeinsam mit dem älteren Sohn Giacomo della Torre. „Bartholomeus Murarius, qui Templum Nostrum aedificavit“. Nach der Inschrift an der Fassade erfolgte 1641 die feierliche Einweihung der Kirche<ref>Pál Voit, ''Der Barock in Ungarn''. S. 24–25. Corvina – Helikon, Budapest 1971.</ref> (siehe [[Verwendung von Kaiserstein als Baumaterial#Für die Jesuiten, ihre St.-Ignatius-Kirche mit Ordenshaus in Raab (Győr), Ungarn|Kaiserstein für die Jesuiten]]).


:Die Arbeiten gestalteten sich zögerlich, das Geld floss spärlich. Die Kontinuität war nach Bartholomäus’ Tod 1658 durch Giacomo gegeben, und nach seinem Ableben 1669 beauftragte das Raaber Kollegium den Bruder [[Francesco della Torre]], inzwischen vielbeschäftigter [[Prag]]er Hofsteinmetzmeister, gemeinsam mit dem Baumeister Christian Fahrnleitner erfolgte die Fertigstellung. Die Jesuiten dürften zufrieden gewesen sein, denn beim Bau der Jesuitenschule mit Theatersaal, um 1675, findet man beide wieder. Der kaiserliche Steinbruch am Leithaberg erhielt dabei große Aufträge, auch hatte Francesco dort 1641 beim Meister [[Hieronymus Bregno]] gelernt. Sein Sohn [[Giovanni Pietro della Torre]], auch Prager Hofsteinmetzmeister, erwarb 1686 in [[Kaisersteinbruch]] ein Haus samt Steinbruch. 1743–1745 gestalteten [[Johann Joseph Resler]], Bildhauer aus Wien, und Steinmetzmeister Jacob Jäger die bildhauerische Ausstattung der Jesuitenkirche.
:Die Arbeiten gestalteten sich zögerlich, das Geld floss spärlich. Die Kontinuität war nach Bartholomäus’ Tod 1658 durch Giacomo gegeben, und nach seinem Ableben 1669 beauftragte das Raaber Kollegium den Bruder [[Francesco della Torre]], inzwischen vielbeschäftigter [[Prag]]er Hofsteinmetzmeister, gemeinsam mit dem Baumeister Christian Fahrnleitner erfolgte die Fertigstellung. Die Jesuiten dürften zufrieden gewesen sein, denn beim Bau der Jesuitenschule mit Theatersaal, um 1675, findet man beide wieder. Der kaiserliche Steinbruch am Leithaberg erhielt dabei große Aufträge, auch hatte Francesco dort 1641 beim Meister [[Hieronymus Bregno]] gelernt. Sein Sohn [[Giovanni Pietro della Torre]], auch Prager Hofsteinmetzmeister, erwarb 1686 in [[Kaisersteinbruch]] ein Haus samt Steinbruch. 1743–1745 gestalteten [[Johann Joseph Resler]], Bildhauer aus Wien, und Steinmetzmeister [[Jacob Jäger]] die bildhauerische Ausstattung der Jesuitenkirche.
* ''Hl. Nikolaos-Kirche.'' Seit 1707 befand sich in Győr eine orthodoxe Kirche für die serbische und griechische Minderheit. Die heutige Hl. Nikolaos-Kirche (Miklós) wurde 1727 im Neustadtviertel Győr-Újváros auf der Westseite des Raab errichtet.<ref>Charalampos G. Chotzakoglou: [https://ojs.lib.uom.gr/index.php/BalkanStudies/article/view/2962 ''Auf den Spuren der Griechen in Györ (Ungarn)''.] In: ''Balkan Studies'', Bd. 38, Nr. 1, 1997, S. 63–100, hier S. 68</ref>
* ''Hl. Nikolaos-Kirche.'' Seit 1707 befand sich in Győr eine orthodoxe Kirche für die serbische und griechische Minderheit. Die heutige Hl. Nikolaos-Kirche (Miklós) wurde 1727 im Neustadtviertel Győr-Újváros auf der Westseite des Raab errichtet.<ref>Charalampos G. Chotzakoglou: [https://ojs.lib.uom.gr/index.php/BalkanStudies/article/view/2962 ''Auf den Spuren der Griechen in Györ (Ungarn)''.] In: ''Balkan Studies'', Bd. 38, Nr. 1, 1997, S. 63–100, hier S. 68</ref>
* Bischöfliche Burg ''(Püspökvár)''
* Bischöfliche Burg ''(Püspökvár)''
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== Sport ==
== Sport ==
Győr ist die Heimat des Handballvereins [[Győri ETO KC]], dessen Damen-Abteilung zwischen 2005 und 2014 die ungarische Meisterschaft, den ungarischen Pokal sowie 2013 und 2014 die Champions League gewann und des [[Győri ETO FC]], dreimaliger ungarischer Fußballmeister und vierfacher ungarischer Pokalsieger. Außerdem sind in Győr die Fußball-Zweitligisten [[Gyirmót SE]] sowie [[Integrál DAC]] beheimatet.
Győr ist die Heimat des Handballvereins [[Győri ETO KC]], dessen Damen-Abteilung vielfacher ungarischer Meister und Pokalsieger ist sowie 2013, 2014 und 2017–2019 die [[EHF Champions League|Champions League]] gewann, und des [[Győri ETO FC]], viermaliger ungarischer Fußballmeister und vierfacher ungarischer Pokalsieger. Außerdem sind in Győr die Fußball-Zweitligisten [[Gyirmót SE]] sowie [[Integrál DAC]] beheimatet.


2017 wurden in Győr das [[Europäisches Olympisches Sommer-Jugendfestival 2017|Europäische Olympische Sommer-Jugendfestival]], 2018 die [[Leichtathletik-U18-Europameisterschaften 2018|Leichtathletik-U18-Europameisterschaften]] und 2019 die erste [[Gerätturnen-Juniorenweltmeisterschaft 2019|Gerätturnen-Juniorenweltmeisterschaft]] ausgerichtet.
2017 wurden in Győr das [[Europäisches Olympisches Sommer-Jugendfestival 2017|Europäische Olympische Sommer-Jugendfestival]], 2018 die [[Leichtathletik-U18-Europameisterschaften 2018|Leichtathletik-U18-Europameisterschaften]] und 2019 die erste [[Gerätturnen-Juniorenweltmeisterschaft 2019|Gerätturnen-Juniorenweltmeisterschaft]] ausgerichtet.
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* [[Hans Richter (Dirigent)|Hans Richter]] (1843–1916), Dirigent
* [[Hans Richter (Dirigent)|Hans Richter]] (1843–1916), Dirigent
* [[Emil Zuckerkandl]] (1849–1910), Anatom
* [[Emil Zuckerkandl]] (1849–1910), Anatom
* [[Karl Sajó]] (1851–1939), Lehrer, Naturforscher und Autor
* [[Robert Zuckerkandl]] (1856–1926), Nationalökonom
* [[Robert Zuckerkandl]] (1856–1926), Nationalökonom
* [[Otto Zuckerkandl]] (1861–1921), Urologe
* [[Otto Zuckerkandl]] (1861–1921), Urologe
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* [[Frigyes Riesz]] (1880–1956), Mathematiker
* [[Frigyes Riesz]] (1880–1956), Mathematiker
* [[Marcel Riesz]] (1886–1969), Mathematiker
* [[Marcel Riesz]] (1886–1969), Mathematiker
* [[István Fejes]] (1891–?) Jagdflieger der k.u.k. Luftfahrtruppen
* [[István Winchkler]] (1890–1940), Jurist, Diplomat und Minister
* [[István Fejes]] (1891–1951), Jagdflieger der k.u.k. Luftfahrtruppen
* [[Vilmos Apor]] (1892–1945), 1945 von Rotarmisten ermordeter katholischer Bischof
* [[Vilmos Apor]] (1892–1945), 1945 von Rotarmisten ermordeter katholischer Bischof
* [[Georg Mayer-Marton]] (1897–1960), Maler
* [[Georg Mayer-Marton]] (1897–1960), Maler
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* [[Tibor Schön]] (1911–1984), Architekt
* [[Tibor Schön]] (1911–1984), Architekt
* [[Zsuzsanna Bánki]] (1912–1944), Architektin
* [[Zsuzsanna Bánki]] (1912–1944), Architektin
* [[Emil Östreicher]] (1915–1992), Fußballfunktionär
* [[László Kucsera]] (1920–2006), Offizier der Volksrepublik Ungarn
* [[Tibor Varga]] (1921–2003), Violinist und Dirigent
* [[Tibor Varga]] (1921–2003), Violinist und Dirigent
* [[Péter Hannich]] (* 1957), Fußball-Nationalspieler
* [[Péter Hannich]] (* 1957), Fußball-Nationalspieler
* [[Ibolya Verebics]] (* 1962), Sopranistin
* [[Ibolya Verebics]] (* 1962), Sopranistin
* [[Tamás Meszerics]] (* 1964), Politiker
* [[Tamás Meszerics]] (* 1964), Politiker
* [[Judit Földingné Nagy]] (* 1965), Langstreckenläuferin
* [[György Korsós]] (* 1976), Fußballspieler
* [[György Korsós]] (* 1976), Fußballspieler
* [[Renáta Csay]] (* 1977), Kanutin
* [[Balázs Ekker]] (* 1977), Profitänzer
* [[Balázs Ekker]] (* 1977), Profitänzer
* [[Ádám Jávorkai]] (* 1977), Cellist
* [[Ádám Jávorkai]] (* 1977), Cellist
* [[Kristina Adorjan]] (* 1979), Psychiaterin und Professorin
* [[Judit Varga (Komponistin)|Judit Varga]] (* 1979), Komponistin und Pianistin
* [[Gergő Iváncsik]] (* 1981), Handballspieler
* [[Katalin Kulcsár]] (* 1984), Fußballschiedsrichterin
* [[Bernadett Temes]] (* 1986), Handballspielerin
* [[Bernadett Temes]] (* 1986), Handballspielerin
* [[Zsófia Rácz]] (* 1988), Fußballspielerin
* [[Zsófia Rácz]] (* 1988), Fußballspielerin
* [[Miklós Rosta (Handballspieler, 1999)|Miklós Rosta]] (* 1999), Handballspieler
* [[Gréta Uszkai]] (* 1994), Model, Gewinnerin von [[Austria’s Next Topmodel]] 2013
* [[Maté Fazekas]] (* 2000), Basketballspieler
* [[Maté Fazekas]] (* 2000), Basketballspieler
* [[Bence Krakovszki]] (* 2002), Handballspieler
* [[Zsolt Krakovszki]] (* 2002), Handballspieler


== Klimatabelle ==
== Klimatabelle ==

Version vom 30. April 2024, 21:24 Uhr

Győr
Wappen von Győr
Győr (Ungarn)
Győr (Ungarn)
Győr
Basisdaten
Staat: Ungarn Ungarn
Region: Westtransdanubien
Komitat: Győr-Moson-Sopron
Kleingebiet bis 31.12.2012: Győr
Kreis: Győr
Koordinaten: 47° 41′ N, 17° 38′ OKoordinaten: 47° 41′ 0″ N, 17° 38′ 0″ O
Höhe: 118 m
Fläche: 174,61 km²
Einwohner: 132.111 (1. Jan. 2022)
Bevölkerungsdichte: 757 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+36) 96
Postleitzahl: 9000–9030
KSH-kód: 25584
Struktur und Verwaltung (Stand: 2023)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 21 Ortsteile
Bürgermeister: Csaba András Dézsi[1] (Fidesz-KDNP)
Postanschrift: Városház tér 1
9021 Győr
Website:
(Quelle: Localities 01.01.2022. bei Központi statisztikai hivatal)
Die Basilika von Győr, unten der Széchenyi tér (Széchenyi-Platz)
Győr, Karmeliterkirche mit ehemaligem Kloster am Wienertor-Platz (rechts der Brücke)

Győr ([ˈɟøːrAudiodatei abspielen; deutsch Raab, lateinisch Antike: Arrabona, Mittelalter: Jaurinum, Jaurium, Javarinum, Jurinum) ist eine westungarische Stadt mit etwa 130.000 Einwohnern. Die Stadt hat Komitatsrecht. Sie liegt im westlichen Pannonien, der Kleinen Ungarischen Tiefebene. Hier mündet die Raab in die Mosoni Duna (Moson-Donau oder Kleine Donau), einen rechten Seitenarm der Donau.

Geschichte

In der Antike befand sich auf dem Gebiet der Stadt Győr die römische Siedlung Arrabona. Davon leitet sich der Name „Raab“ ab. Bistum und Burggrafschaft wurden im 10. Jahrhundert gegründet, das Stadtrecht folgte 1271. Győr war während der Türkenkriege einer der letzten Vorposten vor Wien und hatte daher unschätzbare militärische Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurde Raab nach Plänen der italienischen Baumeister Pietro Ferrabosco und Bernardo Gaballio zur Festung[2] ausgebaut. Im Lapidarium von Győr sind auch Fragmente des Wiener Tores (Bécsi-kapu), eines triumphbogenartigen Renaissanceportals, aufbewahrt, die Kaiserkrone, das königlich ungarische Wappen, allesamt aus dem harten, weißen Kaiserstein aus Kaisersteinbruch (ungarisch Császárkőbánya).

Die Befestigung der Stadt wurde 1564 unter der Obhut von Hermes Schallautzer vollendet. Im Langen Türkenkrieg wurde Raab 1594 von den Osmanen erobert, konnte 1598 jedoch durch Adolf von Schwarzenberg zurückerobert werden – ein Ereignis, dem eine solche Bedeutung beigemessen wurde, dass im ganzen Reich auf Befehl Rudolfs II. Raaberkreuze mit der Inschrift „Sag Gott, dem Herrn, Lob und Dank, dass Raab wieder kommen in der Christen Hand“ errichtet wurden, die man vor allem in Niederösterreich heute noch findet.

Nachdem das osmanische Heer bei der zweiten Belagerung von Wien 1683 zurückgeschlagen worden war, erblühte Raab. 1712 verlieh König Karl III. der Stadt das Marktrecht, Königin Maria Theresia bestätigte Raab 1743 als königliche Freistadt (ungarisch Szabad királyi város). Dadurch erfolgte ein rasanter Aufschwung. In West- und Nordungarn, also in den vornehmlich katholischen Landesteilen, stellten Bischofsresidenzen den Triumph der Gegenreformation selbstzufrieden und stolz zur Schau. Nahe Győr begannen 1742 die Bauarbeiten für den Palast der Erzäbte der Territorialabtei Pannonhalma. Johann Heinrich Mulartz baute 1749 das Krankenhaus in einem Vorort. 1718 wurde in Győr eine Jesuitenakademie gegründet, die eine philosophische und juristische Ausbildung anbot und an der ab 1745 auch weltliche Studenten zugelassen wurden. Aus ihr wurde die Königliche Akademie von Győr 1776 gegründet.[3] Hier studierten unter anderem Antal und Ferenc Deák. Im Jahr 1809 fand die Schlacht bei Raab statt. In der Folge wurde die Stadt von den Franzosen belagert und musste kapitulieren. 1855 erhielt die Stadt mit der Wien-Raaber Eisenbahn-Gesellschaft erstmals eine Bahnverbindung. 1876 wurde zwischen Győr und Sopron (deutsch Ödenburg) eine weitere Eisenbahnverbindung eröffnet, die 1879 im zweiten Abschnitt nach Ebenfurth (Bahnstrecke Győr–Sopron–Ebenfurth) erweitert wurde.[4][5] Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine Textil- und Maschinenbauindustrie, die bis heute besteht.

Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg war aufgrund der grenznahen Lage am Eisernen Vorhang mühsam. Heute hat Győr etwa 130.000 Einwohner und drei Hochschulen und ist der Sitz des Komitats Győr-Moson-Sopron (Raab-Wieselburg-Ödenburg). Die Stadt ist Sitz eines katholischen Bistums.

Seit Öffnung der Grenzen liegt die Stadt politisch und wirtschaftlich vorteilhaft im Schwerpunkt des Städtedreiecks WienBudapestBratislava (Pressburg). Seit 2003 gehört sie zur Europaregion Centrope. Außerdem liegt Győr an der Magistrale für Europa, einem wichtigen transeuropäischen Projekt, mit dem bis 2015 zwischen Paris und Budapest eine Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke realisiert werden sollte.

Wirtschaft

Győr ist einer der wichtigsten Industriestandorte des Landes.

Audi Hungaria

Győr ist seit 1993 Standort der Audi Hungaria Motor (AHM), des Motorenwerks der Audi AG. Ende 2015 beschäftigte AHM laut eigenen Angaben in Győr 11.411 Mitarbeiter, diese produzierten u. a. 2.022.520 Motoren und 160.206 Pkw im Jahr 2015. Die Motoren werden unter anderem in Modellen der Marken Audi, VW, Škoda, Seat und Porsche verbaut.[6]

Ferner wird im Werk der Audi TT sowie seit 2007 auch das Audi A3 Cabriolet montiert. 2013 wurde das Werk erweitert. Seitdem werden die Audi A3 Limousine und das Audi A3 Cabriolet dort komplett produziert. Im Laufe des Jahres 2014 folgte der neue Audi TT. Das Unternehmen war 2015 – wie auch in den Vorjahren – der größte Exporteur Ungarns.

Märklin

Des Weiteren hat der Göppinger Modelleisenbahnhersteller Märklin in Győr einen seiner zwei Produktionsstandorte. Hier werden die Spur-1-Produkte, seit 2008 die Lehmann-Groß-Bahn (LGB) und seit 2009 auch teilweise die Wagen für die Nenngröße H0 (vormals Werk Sonneberg) produziert.

Rába

Das 1896 als Maschinenbauunternehmen gegründete Unternehmen Rába ist heute ein Nutzfahrzeughersteller.

Verkehr

Győr ist überregional mit der Bahnstrecke Budapest–Hegyeshalom (und weiter nach Wien), der Bahnstrecke Győr–Sopron–Ebenfurth sowie den Bahnstrecken Győr–Celldömölk und Győr–Veszprém angebunden. Die Stadt liegt zudem an der Autobahn M1 von Budapest nach Wien und auch Bratislava.

Städtepartnerschaften

Győr listet folgende zehn Partnerstädte auf:[7]

Stadt Land seit
Brașov/Kronstadt Rumänien Siebenbürgen, Rumänien 1993
Colmar Frankreich Grand Est, Frankreich 1993
Erfurt Deutschland Thüringen, Deutschland 1971
Ingolstadt Deutschland Bayern, Deutschland 2008
Kuopio Finnland Nordsavo, Finnland 1978
Nischni Nowgorod Russland Wolga, Russland 2013
Nof HaGalil Israel Israel 1993
Pforzheim Deutschland Baden-Württemberg, Deutschland 2007 (Komitat)
Posen Polen Polen 2008
Sindelfingen Deutschland Baden-Württemberg, Deutschland 1989
Stuhr Deutschland Niedersachsen, Deutschland (kein Kontakt)[8]
Wuhan China Volksrepublik Zhongnan, Volksrepublik China 1994

Sehenswürdigkeiten

Győr, János-Xantus-Museum
Győr, St. Ignatius-Kirche
  • Rathaus, Ende 19. Jahrhundert
  • Palais Esterházy (siehe Kaiserstein für den Comte Gábor Esterházy)
  • János-Xántus-Museum, ehemaliges Abt-Haus (Apátúrház). Bis 1742 standen hier einige Häuser, Abt Benedek Sajghó ließ sie für den Palast der Erzäbte der Benediktinerabtei von Pannonhalma zu einem Gebäude zusammenfassen. Den Steinmetzauftrag erhielt Meister Joseph Winkler aus dem kaiserlichen Steinbruch (Császárkőbánya), Kaiserstein für das Hauptportal, die große Treppe, das Gesimse usw. Nach seinem Ableben übernahm Meister Johann Michael Strickner. 1759 waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Als 1786 der Benediktinerorden durch Joseph II. aufgelöst wurde, fiel das Haus dem Militärärar zu. Seit 1802, der Wiederherstellung des Ordens, verfügte wieder der Erzabt von Pannonhalma über das Gebäude. Seit 1951 als Museum umbenannt nach János Xántus, einem ungarischen Naturforscher des 19. Jahrhunderts.
  • Nationaltheater
  • Richterterem – Konzertsaal, ehemals Rába-Kino
  • Altabak-Haus
  • Karmeliter-Kirche
  • St. Ignatius-Kirche. Im gleichen Jahr 1627, in dem der Bau der Wiener Jesuitenkirche in Angriff genommen wurde, erließ Ferdinand II. einen Stiftungsbrief, in dem er das Haus des Tamás Stahel in Győr zur Einrichtung eines Kollegs und einer Schule der Gesellschaft Jesu schenkte. Der Grundstein zum Kolleg wurde 1634, zur Ordenskirche 1635 gelegt. Der Bau dieser frühesten Barockkirche mit Ordenshaus in Ungarn wurde nach der Wiener Norm begonnen. Die von Baccio del Biancos Stilmerkmalen gekennzeichnete Fassade wurde während der von Martin Wittwer ausgeführten Restaurierungsarbeiten künstlerisch verändert; damals wurden auch die Turmhelme durch neue ersetzt. Als Vorlage dienten die Wiener Jesuitenkirche und die Jesuskirche in Rom.
Laut einem zwischen 1637 und 1650 geführten Memoriale war der ausführende Maurer des Kollegs und der Kirche Bartolomeo della Torre, von Ramponio in der Diözese Como in Italien, gemeinsam mit dem älteren Sohn Giacomo della Torre. „Bartholomeus Murarius, qui Templum Nostrum aedificavit“. Nach der Inschrift an der Fassade erfolgte 1641 die feierliche Einweihung der Kirche[9] (siehe Kaiserstein für die Jesuiten).
Die Arbeiten gestalteten sich zögerlich, das Geld floss spärlich. Die Kontinuität war nach Bartholomäus’ Tod 1658 durch Giacomo gegeben, und nach seinem Ableben 1669 beauftragte das Raaber Kollegium den Bruder Francesco della Torre, inzwischen vielbeschäftigter Prager Hofsteinmetzmeister, gemeinsam mit dem Baumeister Christian Fahrnleitner erfolgte die Fertigstellung. Die Jesuiten dürften zufrieden gewesen sein, denn beim Bau der Jesuitenschule mit Theatersaal, um 1675, findet man beide wieder. Der kaiserliche Steinbruch am Leithaberg erhielt dabei große Aufträge, auch hatte Francesco dort 1641 beim Meister Hieronymus Bregno gelernt. Sein Sohn Giovanni Pietro della Torre, auch Prager Hofsteinmetzmeister, erwarb 1686 in Kaisersteinbruch ein Haus samt Steinbruch. 1743–1745 gestalteten Johann Joseph Resler, Bildhauer aus Wien, und Steinmetzmeister Jacob Jäger die bildhauerische Ausstattung der Jesuitenkirche.
  • Hl. Nikolaos-Kirche. Seit 1707 befand sich in Győr eine orthodoxe Kirche für die serbische und griechische Minderheit. Die heutige Hl. Nikolaos-Kirche (Miklós) wurde 1727 im Neustadtviertel Győr-Újváros auf der Westseite des Raab errichtet.[10]
  • Bischöfliche Burg (Püspökvár)
  • Ladislaus-Kapelle
  • Große Synagoge
  • Liebfrauendom (Székesegyház)
  • János-Xántus-Zoo (Xantus János Állatkert)

Sport

Győr ist die Heimat des Handballvereins Győri ETO KC, dessen Damen-Abteilung vielfacher ungarischer Meister und Pokalsieger ist sowie 2013, 2014 und 2017–2019 die Champions League gewann, und des Győri ETO FC, viermaliger ungarischer Fußballmeister und vierfacher ungarischer Pokalsieger. Außerdem sind in Győr die Fußball-Zweitligisten Gyirmót SE sowie Integrál DAC beheimatet.

2017 wurden in Győr das Europäische Olympische Sommer-Jugendfestival, 2018 die Leichtathletik-U18-Europameisterschaften und 2019 die erste Gerätturnen-Juniorenweltmeisterschaft ausgerichtet.

Persönlichkeiten

  • Philipp von Mansfeld (1589–1657), deutscher Militär im Dreißigjährigen Krieg, kaiserlicher Feldmarschall und Admiral, Kommandant der Festung Raab, verstarb in Raab
  • Mathias Unger der Ältere (1789–1862), Spielkartenmaler
  • Vilmos Apor (1892–1945), 1945 von Rotarmisten ermordeter katholischer Bischof
  • László Halmos (1909–1997), Komponist und Chorleiter

Söhne und Töchter der Stadt

Klimatabelle

Győr
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
32
 
2
-4
 
 
33
 
5
-2
 
 
28
 
10
1
 
 
38
 
16
6
 
 
55
 
21
10
 
 
64
 
24
13
 
 
53
 
26
14
 
 
65
 
26
14
 
 
38
 
22
11
 
 
35
 
16
6
 
 
53
 
8
2
 
 
38
 
3
-2
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: WMO; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Győr
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Tagesmax. (°C) 1,9 4,6 10,2 16,0 21,1 24,0 26,2 25,6 21,6 15,9 8,3 3,3 14,9
Mittl. Tagesmin. (°C) −4,0 −2,0 1,4 5,5 9,9 13,1 14,4 14,1 10,8 5,9 1,9 −1,9 5,8
Niederschlag (mm) 32 33 28 38 55 64 53 65 38 35 53 38 Σ 532
Sonnenstunden (h/d) 1,8 3,0 4,3 6,2 7,6 8,2 8,8 7,6 6,7 4,8 2,1 1,6 5,2
Regentage (d) 7 6 7 7 8 9 7 7 6 5 8 7 Σ 84
Luftfeuchtigkeit (%) 83 80 73 68 69 70 68 71 76 78 83 84 75,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
1,9
−4,0
4,6
−2,0
10,2
1,4
16,0
5,5
21,1
9,9
24,0
13,1
26,2
14,4
25,6
14,1
21,6
10,8
15,9
5,9
8,3
1,9
3,3
−1,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
32
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28
38
55
64
53
65
38
35
53
38
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Literatur

Weblinks

Commons: Győr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Győr – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Attila Rovó, Marianna Biró: A fideszes Dézsi Csaba András megnyerte Győrben az időközi polgármester-választást. Index.hu, 26. Januar 2020, abgerufen am 26. Januar 2020 (ungarisch).
  2. Historische Karte als Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  3. Die Geschichte der Széchenyi István Universität.@1@2Vorlage:Toter Link/uni.sze.hu (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im November 2022. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Széchenyi István Universität
  4. Leonhard Prickler: 120 Jahre Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn. In: Burgenländische Heimatblätter. Nr. 3, 1996, S. 115, zobodat.at [PDF]
  5. Mechtler Paul: Die Entwicklung des Eisenbahnwesens in Ostösterreich. In: Die Entwicklung des Verkehrswesens im pannonischen Raum bis 1918. Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 1977, Maribor 1977. S. 119
  6. AHM Jahresbericht 2015@1@2Vorlage:Toter Link/audihungaria2015-hu.audiportal.hu (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im September 2019. Suche in Webarchiven)  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 8. März 2016
  7. Győr testvérvárosi kapcsolatai - Győr Megyei Jogú Város Honlapja. Abgerufen am 3. Februar 2022.
  8. Györ (Ungarn). Gemeinde Stuhr, abgerufen am 25. August 2020: „Zur Zeit gibt es keine Begegnungen mit der ungarischen Stadt.“
  9. Pál Voit, Der Barock in Ungarn. S. 24–25. Corvina – Helikon, Budapest 1971.
  10. Charalampos G. Chotzakoglou: Auf den Spuren der Griechen in Györ (Ungarn). In: Balkan Studies, Bd. 38, Nr. 1, 1997, S. 63–100, hier S. 68